Montag, 1. August 2016

Tag 6

Mo, 01.08.16
Zuerst eine schlechte Nachricht: Der Second-Hand-Laden hat die eine Gitarre, die er hatte, letzte Woche verkauft.
Dann aber eine gute: Das Praktikum ist heute um zehn offiziell angefangen. Meghan und ich haben zunächst alles Nötige kurz mit Margie, unserer Betreuerin (Ende 50, graublondes Haar, lustig), durchgesprochen, bevor wir uns um elf in die Arbeit gestürzt haben. Das sah so aus, dass wir uns, ganz Konzeptionsprobe, zu zehnt (Meghan und ich, Jennie und Mark, Nwabisa [Noa-bießa] und Lwanda [Luanda], zwei Studentinnen, die Ende des Monats nach Amsterdam exchangen werden, Magnet-Praktikant Zukisani [ßuki-ßani] und ein Magnet-Musikus) um einen Tisch auf der Magnet-Bühne versammelt und mit verteilten Rollen Sophokles' Antigone gelesen haben.

Danach, 12:30-13:30 Uhr, Lunch Break. Da ich nur sieben Fußminuten von Magnet entfernt wohne, konnte ich nach Hause und dort zu Mittag essen („Rheinische Roggensnitten“) und sogar noch zu dem Plattenladen gehen, den mir die Dame im Second-Hand-Shop am Morgen empfohlen hatte. Der Herr dort hatte zwar auch keine Gitarre zur Hand, meinte aber, er habe eine zu Hause, die er nur als Deko nutze. Die wolle er mir mitbringen, ich solle Mittwoch wiederkommen. 500 bis 700 Rand, schätzte er, also 32 bis 45 Euro. Daumen drücken, dass sich das bewahrheitet.

Nach der Mittagspause haben wir Antigone besprochen; Lwanda ist dabei zeitweilig ins Spirituelle, Nwabisa ins Revolutionär-Kämpferische abgerutscht. Insgesamt hatten wir eine sehr spannende Diskussion, bei der sich mir z.B. offenbart hat, dass die politische Klasse (konkret: der Präsident Jacob Zuma) in Südafrika doch eher problematisch zu betrachten ist.
Abends: Kürbissuppe, genossen mit Ine, und ein weiteres Stück gelesen, Janice Okoh – Three Birds.
Und ach: Auf dem Nachhauseweg auf den von der Abendsonne beschienenen Tafelberg zuzulaufen, hat etwas dezent Unwirkliches an sich.

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