Di, 02.08.16
Heute Morgen habe ich meine Bestätigung abgegeben, dass ich das Angebot eines Studienplatzes an der University of Cape Town annehme (und das ganz stressfrei, da heute der Lektürekurs ausgefallen ist). Ich bin nun also endlich offiziell registriert. Noch nicht bei der Fakultät, aber zumindest schon einmal bei der Uni. Nach dem Abgeben des Briefes, das nicht mal eine Minute gedauert hat, bin ich zurück vom Middle Campus zum Upper Campus, um den Jammie zurück zur Med School zu nehmen, von der aus ich mit Ine gekommen war. Als der Jammie jedoch da war, stieg der Fahrer aus und verschwand. Nach kurzer Wartezeit entschied ich, dass ich auch laufen könne, und habe mich erneut auf den Weg runter zum Middle und dann zum Lower Campus gemacht, um von da die Main Road durch Rosebank und Mowbray zurück nach Obz entlangzulaufen. Auf dem Weg habe ich sogar noch einkaufen können (endlich Schokolade!).
Um elf ging mein zweiter Praktikumstag los, selbe Leute, selbes Setting und selbes Konzept wie am Vortag, diesmal mit Antigone von Jean Anouilh. Durchaus interessant, verschiedene Versionen desselben Stoffs zu lesen und zu diskutieren. Insbesondere durch die Leute in unserer Runde: Nwabisa war/ist in verschiedenen Protestbewegungen aktiv, nämlich #RhodesMustFall und #FeesMustFall:
Nach beendeter gemeinsamer Runde habe ich mich noch eine ganze Weile mit Chiminai (?) [SCHÄmenäi] unterhalten, die – zusammen mit Zee, die auch Teil unseres Zirkels ist – Ende August zum Austausch nach Amsterdam gehen wird. Ich hätte sie als eine der weißesten Personen im Raum angesehen, sie selbst bezeichnet sich allerdings als „colored“. Sie sei einfach nur enorm hellhäutig, ihre Familienmitglieder teils wesentlich dunkler. Laut Chiminai falle, wer hellhäutig ist, auch gerne mal durchs Raster, habe teils Privilegien, die man andernfalls nicht hätte. Genauso spannend wie erschreckend.
Auch über Sprachen haben wir uns kurz unterhalten. Afrikaans sei eine Eigenheit des Western Capes, im Osten (z.B. in Durban, wo sie herkommt) spreche das niemand. Afrikaans ist aber, das habe ich in der letzten Woche schon feststellen dürfen, in der Tat recht witzig. Die Sprache ist insbesondere in Ortsbezeichnungen allgegenwärtig, z.B. Muizenberg, Fish Hoek und Bloemfontein. Äußerlich sieht sie aus wie Niederländisch, wird aber meist deutlich anders ausgesprochen, und auch Vokabeln und Grammatik sind häufig anders. Ein weiteres Beispiel, ein Wahlplakat: „Staan op! Staan saam! Die Kaapse Republiek. Stem Cape Party“
Um elf ging mein zweiter Praktikumstag los, selbe Leute, selbes Setting und selbes Konzept wie am Vortag, diesmal mit Antigone von Jean Anouilh. Durchaus interessant, verschiedene Versionen desselben Stoffs zu lesen und zu diskutieren. Insbesondere durch die Leute in unserer Runde: Nwabisa war/ist in verschiedenen Protestbewegungen aktiv, nämlich #RhodesMustFall und #FeesMustFall:
- Rhodes Must Fall (#RhodesMustFall) is a protest movement that began on 9 March 2015, originally directed against a statue at the University of Cape Town (UCT) that commemorates Cecil Rhodes. The campaign for the statue's removal received global attention and led to a wider movement to "decolonise" education across South Africa. On 9 April 2015, following a UCT Council vote the previous night, the statue was removed. (https://en.wikipedia.org/wiki/Rhodes_Must_Fall)
- #FeesMustFall is a student led protest movement that began in mid October 2015 in response to an increase in fees at South African universities. Protests started at the University of Witwatersrand and spread to the University of Cape Town, the University of Pretoria and Rhodes University before rapidly spreading to other universities across the country. (https://en.wikipedia.org/wiki/FeesMustFall)
Nach beendeter gemeinsamer Runde habe ich mich noch eine ganze Weile mit Chiminai (?) [SCHÄmenäi] unterhalten, die – zusammen mit Zee, die auch Teil unseres Zirkels ist – Ende August zum Austausch nach Amsterdam gehen wird. Ich hätte sie als eine der weißesten Personen im Raum angesehen, sie selbst bezeichnet sich allerdings als „colored“. Sie sei einfach nur enorm hellhäutig, ihre Familienmitglieder teils wesentlich dunkler. Laut Chiminai falle, wer hellhäutig ist, auch gerne mal durchs Raster, habe teils Privilegien, die man andernfalls nicht hätte. Genauso spannend wie erschreckend.
Auch über Sprachen haben wir uns kurz unterhalten. Afrikaans sei eine Eigenheit des Western Capes, im Osten (z.B. in Durban, wo sie herkommt) spreche das niemand. Afrikaans ist aber, das habe ich in der letzten Woche schon feststellen dürfen, in der Tat recht witzig. Die Sprache ist insbesondere in Ortsbezeichnungen allgegenwärtig, z.B. Muizenberg, Fish Hoek und Bloemfontein. Äußerlich sieht sie aus wie Niederländisch, wird aber meist deutlich anders ausgesprochen, und auch Vokabeln und Grammatik sind häufig anders. Ein weiteres Beispiel, ein Wahlplakat: „Staan op! Staan saam! Die Kaapse Republiek. Stem Cape Party“







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