Sonntag, 20. November 2016

Tag 105

Fr, 19.11.16
Der Freitagmorgen war wieder herrlich sonnig und warm. Zum Frühstück gab es Straußen-Rührei (das nicht viel anders schmeckt als Hühner-Rührei) und Bacon; ich hatte extrem viel Bacon diese Woche über.

Um viertel vor neun ging es wieder los, die anderen abholen. Wir setzten Kailash in irgendeinem Wildleben-Park ab, wo er u.a. Fotos von sich und einem Leopard machen lassen konnte, dann fuhren wir weiter zu den Cango Caves:
Die Cango Caves sind ein Höhlensystem in Südafrika, Provinz Westkap und werden zu den schönsten Höhlensystemen der Welt gezählt.
Das Höhlensystem liegt in den Swartbergen (in der Kleinen Karoo nördlich von Oudtshoorn) und besteht aus drei Abschnitten (Cango 1, 2 und 3) mit einer Gesamtlänge von über vier Kilometern.
Die erste und größte Kammer ist etwa 90 Meter lang, 50 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch. Der schmalste Abschnitt („Letterbox“ genannt) hat einen Abstand von 60 cm von der Decke bis zum Boden und ist ca. 5 Meter lang.
https://de.wikipedia.org/wiki/Cango_Caves

Für die Besichtigung der Tropfsteinhöhle gibt es zwei Varianten: normal und Abenteuer. Henri und ich wählten letztere, alle anderen waren nicht schmal genug oder fühlten sich zu alt für die Krabbeltour. Im Eingangsbereich konnte man nämlich schon mal probeweise durch einen Spalt in Originalgröße durchklettern: groß war er nicht.

Unsere Abenteuer-Gruppe bestand aus rund 15 jungen, schmalen Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern, unser Guide war ein körperlich kleiner, freundlicher Südafrikaner. Während die normale Tour die Besucher nur durch die großen Hallen des Höhlenkomplexes führte, die frei zu Fuß über breite, gut ausgeleuchtete Steinwege zugänglich sind, stießen wir tiefer in die Höhlen vor. Und das wie gesagt durch kleinste Spalten, seitwärts, auf dem Boden rutschend, bäuchlings krabbelnd, nach oben und nach unten. Nach jeder engen Passage gab es eine größere Höhle zum Ausruhen bzw. Warten auf die anderen. Henri und ich waren immer mit die ersten, die durch die Spalten kletterten, daher konnten wir die anderen gut bei ihrem Kampf beobachten. Die 90 Minuten, die die Abenteuertour dauert, sind dann auch hauptsächlich den langen Wartezeiten geschuldet.

Ich wunderte mich ein wenig, wie einfach die Tour dann doch war. Ich hatte am Anfang ein wenig Bammel; wie sich herausstellte, gingen mir die Kletter-und-Quetsch-Partien aber wesentlich leichter von der Hand als den meisten anderen. Ich hatte weder mit dem Tunnel of Love, noch mit Devil's Chimney, noch mit der Letterbox irgendwelche Probleme. Eine unerwartete, aber freudige Erkenntnis.

Nachdem wir fertig waren, warteten wir auf die große Gruppe, die u.a. berichtete, dass ihr Guide in der großen Halle (die vor einigen Jahrzehnten mal als Konzerthalle gedient hatte, bis Besucher anfingen, unerlaubt weiter in die Höhlen vorzudringen und die Tropfsteine zu beschädigen) ein Lied gesungen habe, um die Akustik vorzuführen. Dann ging es wieder weiter. Die Cango Caves waren der letzte echte Programmpunkt gewesen, nun mussten wir eigentlich nur noch nach Kapstadt zurückkommen.

Wir legten hier und da einen Zwischenstopp ein, unter anderem bei Ronnies Sex Shop, einem ehemals als Gemüseladen angedachten Gebäude namens Ronnies Shop, das Freunde von Ronnie aber alsbald eigenmächtig mit Pinsel und Farbe umbenannten, und das nunmehr eine berühmte, geradezu ikonische Bar mitten im Nichts der Halbwüste ist.

Unser nächster Stopp war gegen viertel vor vier ein Restaurant in Barrydale an der Route 62. Ich aß dort jedoch nichts, da ich in weiser Voraussicht, dass wir so schnell nichts mehr zu essen bekommen würden, mittags schon eine leckere Pizza von Debonairs, einer Pizzakette, gegessen hatte (für umgerechnet gerade mal 3,60 Euro). Nachdem die anderen sich gestärkt hatten, gingen wir in den auf der anderen Straßenseite gelegenen Souvenirladen, der von einem älteren deutschen Mann geleitet wurde, und in dem die dort angestellte Zanne unsere Susanne ein wenig auf freundliche Art veralberte.

Dann schossen wir ein paar Gruppenfotos als Erinnerung an unsere kleine lustige Reisegemeinschaft. Die Bilder, die mit Charlottes Kamera gemacht wurden, sind glaube ich besser geworden, hier aber trotzdem das von meinem Apparat. Von links nach rechts, linke Gruppe: Caroline, Betty, Remko, Henri, hockend Susanne; rechte Gruppe: Charlotte und ich, hockend Benjamin und Kailash.

Via Montagu legten wir dann das letzte Stück zurück, standen dabei an einer Baustelle eine Weile im Ampel-Wartestau, und kamen letztlich in Somerset West an, wo wir mit großem Auf Wiedersehen Susanne verabschiedeten.

Von Somerset West aus fuhren wir weiter, um die beiden Holländer abzuliefern, ebenfalls mit umarmungsreicher Verabschiedung. Dann mussten wir nervigerweise noch mit einer Umleitung kämpfen, und kamen, anders als eigentlich geplant, nicht zwischen fünf und sechs, sondern gegen acht in der Kernstadt von Kapstadt an. Kurz nach acht setzte Benjamin mich in der Station Rd ab, wo es das für mich letzte kollektive Tschüss gab. Ich drückte Benjamin noch 70 Rand Trinkgeld in die Hand, also ca. 4,60 Euro. Wir hatten eigentlich abgemacht, pro Person 100 zu geben, ca. 6,50 Euro, die hatte ich aber nicht mehr in bar; beides erscheint mir aber sowieso ein wenig wenig, aber naja.
Und dann war ich wieder zu Hause und die fünftägige Garden Route Tour vorbei. Schön war sie, sehr schön. Hat viel Spaß gemacht. Gute Entscheidung, sie zu buchen. Ein großes Danke an Benjamin und BokBus, und ein großes Danke an unsere witzige Reisegruppe. So habe ich jetzt endlich doch noch etwas von Südafrika, diesem wirklich wunderschönen Land, gesehen.

Zum Abschluss noch zwei Zahlen:
Ich habe in dieser Woche gerade einmal rund 45 Euro ausgegeben. Das ist ziemlich gut, würde ich sagen. Andere waren da weniger sparsam.
Und insgesamt sind wir Benjamin zufolge rund 2500 Kilometer gefahren. Hier noch einmal die Karte mit der Route, die wir gefahren sind. Eine gute Tour.

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