Dienstag, 16. August 2016

Tag 21

Di, 16.08.16
Ich habe heute drei neue Freunde gefunden: Clamentin, Fucidin und Betadine. Nummer eins sind Penicillin-Tabletten, Nummer zwei ist eine antibiotikahaltige Salbe und Nummer drei ist ein desinfizierendes Mittel, das auch vor chirurgischen Eingriffen benutzt wird. Die sehr nette, sehr schnell sprechende Doktorin um die vierzig (Dr. Van Kets) hat mir die drei Medikamente verschrieben, um gegen eine Bakterienart vorzugehen, die ihrem fachkundigen Blick nach für meine Probleme verantwortlich ist und die ich ausdrücklich nicht googlen soll (weswegen ich mir den Namen gar nicht erst gemerkt habe). Mögliche Auslöser: Ich kann sie von meinen Mitbewohnerinnen und/oder von nassen Handtüchern haben, ich sei „colonized“ worden. Die Ärztin stellte mir jedoch in Aussicht, dass ich nicht mehr lange „wie ein Aussätziger“ herumlaufen müsse: Wenn es bis Freitag nicht deutlich besser geworden sei, solle ich noch mal wiederkommen – aber die Erfolgschance liege bei immerhin 90 Prozent. Schön.

Ich habe die Mittel sodann auch direkt in der Apotheke abgeholt. Der Apotheker mit ungefähr indischen Wurzeln war überaus freundlich und hat mich, genau wie die Ärztin, sofort beim Vornamen angesprochen. Zwei der drei Medikamente werden von meiner Versicherung übernommen, das Fucidin musste ich selbst bezahlen (90 Rand/ca. 6 Euro). 

Bei Magnet traf ich später zunächst auf Meghan und Lwanda. Der Lektürekurs war kurzfristig ausgefallen, daher war Meghan (die jetzt vermutlich auch mit dem Kurs aufhören wird) um kurz nach zwölf bereits da. Bevor wir uns irgendwie Arbeit suchten, hatte ich eine längere Diskussion mit Lwanda, der halb provokant, halb ernst die Ansicht vertrat, „racism“ sei nichts an sich Schlechtes. Ende der Geschichte: Er wollte nicht einsehen, dass wir über zwei verschiedene Dinge reden, und ich hatte mit meiner Gegenposition eindeutig recht. War trotzdem interessant.
Die Aufgaben, an denen Meghan und ich heute arbeiteten, waren relativ unspannende Dinge: Ich habe hauptsächlich Fotos sortiert und Videos konvertiert und hochgeladen, Meghan durfte einen von Jennie geschriebenen Text korrekturlesen. So plätscherte unser zweiter Büro(nachmit)tag dahin, mit Themba, Jennie und Jenny H., aber ohne Margie. ich will auf keinen Fall sagen, dass er langweilig war, aber ich freue mich schon auf die interessanteren Aufgaben, die hoffentlich bald kommen, allem voran Clanwilliam.

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