Mi, 17.08.16
Kapstadt ist berühmt oder zumindest bekannt für seinen Wind; heute Morgen, als ich zum Jammie ging, blies er mir mit voller Wucht entgegen, streckenweise auch mit Sandbeilage, und auch den Rest des Tages über blieb es ziemlich stürmisch. Strahlend sonnenschön, aber eben sehr windig:
- "Cape Doctor" (usually The Cape Doctor or "die Kaapse dokter" in Afrikaans) is the local name for the strong, often persistent and dry south-easterly wind that blows on the South African coast from spring to late summer (September to March in the southern hemisphere). It is known as the Cape Doctor because of a local belief that it clears Cape Town of pollution and 'pestilence'. Although the wind blows over a wide area of the Western Cape Province, it is notorious especially in and around the Cape Peninsula, where it can be unpleasantly strong and irritating. Capetonians also call it "the South-Easter".
Mit dem Jammie fuhr ich zum Upper Campus, denn dort hielt Jennie heute um neun Uhr früh einen 45-minütigen Vortrag über Magnet Theatre, vor einem Kurs, der sich offenbar aus dem Bachelorstudiengang Applied Theatre zusammensetzte. Die eigentliche Dozentin, Lektürekurs-Veronica, war auch da, und hat sich über Meghans und meine Anwesenheit gefreut.
Der interessante Vortrag hat einen Einblick erstens in den Arbeitsethos von Magnet und zweitens in Magnets vor ein paar Jahren initiierte und seitdem großgeschriebene Arbeit an Theater für Kinder zwischen drei und sieben Jahren gegeben. Die aktive Veränderung der südafrikanischen Gesellschaft zum Besseren, der selbst auferlegte Auftrag von Magnet, beginnt schon bei Kindern in solch jungen Jahren: Durch kreative Arbeit mit Kindern und Müttern gleichzeitig wird daran gearbeitet, in Südafrika offenbar nicht seltene schwierige Mutter-Kind-Bindungen zu verbessern. Dies geschieht mit dem Hintergedanken, dass in den „ersten tausend Tagen“ eines Kindes Forschungen zufolge wichtige Weichen für den späteren Charakter einer Person gestellt werden. Es läuft in etwa hinaus auf: je schlechter die Bindung eines Kleinkindes zu den Eltern, desto höher die Chance, dass das Kind später Probleme hat, z.B. mit Kriminalität. Hier setzt Magnet an, und voilà: applied theatre, angewandtes Theater.
Als wir auf den Jammie nach Obz warteten, kam Jennie im Auto vorbei und sammelte uns auf. Außerdem dabei: ihr Sohn, Fragezeichen, der ebenfalls in dem Kurs war, vor dem Jennie den Vortrag gehalten hat.
Bei Magnet habe ich mich über verschiedene Wiki-Softwares schlaugemacht, am Fundraising-Text weitergearbeitet, und mit Meghan für das Fundraising-Video Interviewpartner (die Performer in dem Projekt, „Ekhaya“, für das wir fundraisen) angeschrieben sowie einen davon (Jason) sogar schon interviewt. Unsere Fragen: Wo kommst du her und wie war es, dort aufzuwachsen? Wie hat die Arbeit mit Magnet dich verändert? Worum geht es in Ekhaya? Wie ist es, vor Kindern zu performen? Und wie fühlst du dich bei dem Gedanken, in Bologna auftreten zu dürfen? Diese Fragen werden wir auch den anderen hoffentlich noch Zusagenden stellen, um daraus ein Video zu basteln, das potentielle Geldgeber förmlich dazu zwingt, uns zu unterstützen. Bestimmt.
Apropos „wo kommst du her“: Lwanda ist aus Delft. Das ist aber leider weniger komisch, als es zunächst klingt:
- Delft is a township on the outskirts of Cape Town, South Africa. It is notorious for its high crime rate, substandard schools, lack of jobs, and numerous government built housing projects such as the N2 Gateway.



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