Fr, 02.09.16
Nachdem ich nach dem viel zu frühen Weckerklingeln die Donnerstag-Fotos für Facebook fertiggemacht hatte, ging ich zu den Living Landscapes und kurz darauf weiter zu den Showgrounds. Dort half ich Hannah und Danielle wieder mit dem Katzenkopf, diesmal baute ich zwei Augäpfel.
Dann überließ ich Em-Jay meine Kamera, was einen sehr befreienden Effekt auf mich hatte. Eigentlich wollte/sollte sie sowieso auch das Festival über fotografieren; sie hatte aber nur eine schreckliche kleine Digicam und war somit gehandicapt. Sie übernahm also gerne die Fotografie für den Tag.
Ich half beim papering der mantis, der Gottesanbeterin, d.h., ich bestrich Papier mit Leim und reichte das getränkte Stück weiter an eine Person, die es an das Rohrstock-Skelett drückte. Keine allzu spannende oder gar anspruchsvolle Aufgabe, aber trotzdem eine, die ich genossen habe.
Nebenbei sei bemerkt, dass eine handverlesene kleine Gruppe heute Morgen in einer sogenannten Farm School ein Stück außerhalb von Clanwilliam war und dort geworkshopt hat, während eine andere Gruppe in Clanwilliam in einem Detention Center, in etwa einer Jugendstrafanstalt, dasselbe getan hat. Soll beides ziemlich toll gewesen sein.
Mittags gab es Mais-Hühnchen-Suppe und ein kurzes Skypegespräch mit zu Hause, da ich nun endlich Wifi-Zugriff auch außerhalb von Marks und Jennies Haus habe, nämlich an den Living Landscapes. Dann ging ich zurück zu den Showgrounds, Mark sammelte mich kurz vor Ankunft noch mit seinem Auto ein. Er hatte uns eigentlich erst für 14:30 Uhr einbestellt, um 14:20 Uhr waren aber trotzdem schon einige Kinder da. Ich als erster Anwesender wurde direkt überfallen, und da ich meine Kamera wiederhatte (Em-Jay hatte sie mir zum Mittagessen zurückgegeben), wollten die Kleinen sofort Fotos von sich haben. Dabei habe ich endgültig herausgefunden, dass es kritisch ist, in die Hocke zu gehen und einem Kind ein Foto auf dem Display zu zeigen, wenn noch fünfzehn andere Kinder ebenfalls anwesend sind. Die kommen dann nämlich alle auf einmal auf dich zu, umringen dich und wollen das Bild sehen, jauchzen und sind, da du in der Hock sitzt, sogar ein paar Zentimeter größer als du, verdunkeln die Sonne und schubsen dich fast oder ganz um. Goldig, aber mit Wucht. Ebenfalls dabei: meine Rastazopf-Freundin aus der zweiten Klasse.
Nachdem einige andere facilitators eingetroffen waren, ging ich den Kleinen hinterher zur Tribüne. Auf dem Weg fragte ich die Rastazöpfin nach ihrem Namen: Sie heißt Aiza (mit scharfem s, Schreibung nach Gehör und Fantasie). Aiza nahm mich dann auf der Tribüne in Beschlag, wich nicht mehr von meiner Seite, nutzte mich als offensichtliche Ausrede, nicht bei ihren Klassenkameraden, sondern an anderer Stelle auf der Tribüne sitzen zu können, und grinste mich die ganze Zeit an, während wir mit den facilitators und der stetig zunehmenden Zahl an Kindern sangen (Kamera ging wieder an Em-Jay, ich war wieder frei). Zwischendurch schickte Mark mich kurz rein, um Laternen umlagern zu helfen. Als ich zurückkam, winkte Aiza mich wieder heran. Was sie zudem sehr zu faszinieren schien, waren meine Armhaare, durch die sie irgendwann erst testend, dann offensiv zu streichen begann. Noch schräger wurde es, als einige der Erstklässlerinnen und Erstklässler sich kurz im Vorbeilaufen ein Beispiel an ihr nahmen. Ich fühlte mich ein bisschen wie eine Katze. Ein Gedanke, den ich auch äußerte, und den Aiza benickte.
Aiza spielte kurz mussdasdennjetztwirklichsein, als sie mit den anderen aus der zweiten Klasse von Mark wegbeordert wurde. Kurz darauf versammelten sich viele facilitators, ich eingeschlossen, unten auf dem Platz vor dem großen Feld. Wir übten mit den jüngeren Kindern, R bis 4. Klasse, die Parade, die am Sonntag stattfinden wird. Aiza sollte an erster Stelle ihrer Gruppe laufen, hatte darauf offenbar keine Lust, fakete nach einem Schubser eines ihrer Klassenkameraden einen sterbenden Schwan und fiel ans Ende der Schlange zurück. Gerissenes Kind. Die Parade selbst war wenig spannend, wir liefe übers Feld und ich passte mit auf, dass keines der Drittklässler-Kinder aus der Reihe tanzt.
Gegen halb fünf begann wieder Aufbruchsstimmung auszubrechen. Ich stand mit Venus am Ausgang des Geländes und wir nahmen an diesem letzten Workshop-Tag Abschied von den Kleinsten. Eins nach dem anderen der Kinder, ca. R bis zweite Klasse, kam angerannt, Rotzspur unter der Nase, keine Schuhe an den Füßen, und umarmte unseren Unterleib, bevor sie hinausstürmten. Goldig ohne Ende. Die älteren Kinder liefen nur vorbei und sagten im Glücksfall ein schnelles „bye“. Abgesehen von der Viertklässlerin vom Montag bei den Laternen, von ihr gab es auch eine Umarmung. Und auch sie fragte ich nach ihrem Namen: Heideri (zumindest klang es so).
Nachdem Em-Jay vorbeigekommen war und mir die Kamera wieder zurückgeben hatte, wollten einige Kinder auch wieder Fotos, die ich ihnen natürlich gerne schoss.
Dann bestellte Mark uns wieder in die Halle. Wir entfernten die Trennwände, die den Raum viergeteilt hatte, putzten und räumten alles ein wenig um. Ich machte mich wieder ans Kleistern, bevor wir (ziemlich spät) zum Essen gingen. Heute gab es Braai, Namasan stand am Braaistand, dem Grill, war sehr lecker. Kerim und ich haben beim Essen Dani Deutschunterricht gegeben.
Danach ging es direkt wieder an die Arbeit. Da ich mich beim erneuten Kleistern schnell langweilte, mir das An-die-Figur-Pappen der Papiere eher Frust als Freude bereitete und wir außerdem arbeitsteilig nicht so sinnvoll aufgestellt waren, suchte ich mir recht bald neue Arbeit. Ich half fortan Venus, den Schwanz der Riesenkatze mit Rohrstockringen zu füllen und ihm so Form zu geben. Hayden (neben Sean der Hauptbauer der Katze und des riesigen Torsos inkl. Kopf) half uns ab und zu ein bisschen, insbesondere mit dem praktischen Hinweis, dass die kleinen Problemchen, auf die wir stoßen, halb so wild seien, wir sollten einfach weitermachen, das fällt am Schluss nicht auf.
Danach ging es direkt wieder an die Arbeit. Da ich mich beim erneuten Kleistern schnell langweilte, mir das An-die-Figur-Pappen der Papiere eher Frust als Freude bereitete und wir außerdem arbeitsteilig nicht so sinnvoll aufgestellt waren, suchte ich mir recht bald neue Arbeit. Ich half fortan Venus, den Schwanz der Riesenkatze mit Rohrstockringen zu füllen und ihm so Form zu geben. Hayden (neben Sean der Hauptbauer der Katze und des riesigen Torsos inkl. Kopf) half uns ab und zu ein bisschen, insbesondere mit dem praktischen Hinweis, dass die kleinen Problemchen, auf die wir stoßen, halb so wild seien, wir sollten einfach weitermachen, das fällt am Schluss nicht auf.
Nachdem ich am Anfang der Abend-Session ein paar Bilder gemacht hatte, wanderte die Kamera später zu Clement und zu Meagan, die schöne Fotos schossen. Wer außerdem knipste, war (glaube ich) der Magnet-Hausfotograf Mark. Ich habe seine Bilder nicht gesehen, aber ich bin sicher, das werde ich bald.
Sehr spät, erst um zwanzig vor zwölf, machten wir Feierabend. Das war wieder ein langer Tag. Morgen kommt noch einer, erstmals ohne Workshops. Und übermorgen noch einer, inklusive großem Finale.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen