Fr, 30.09.16
Irgendwie haben alle ein bisschen Angst vor Montag. Da kommen nämlich Jennie und Themba zurück aus Joburg. Auf Themba freuen sich alle. Aber vor der Rückkehr von Jennie haben sie mindestens Respekt. Wenn Jennie so lange nicht im Büro war, habe ich mir sagen lassen, haben sich bei ihr tausend Ideen angehäuft – und das resultiert immer in einem gewaltigen Berg Arbeit für alle. Ich bin gespannt.
Mein Tag bestand erneut hauptsächlich aus Clanwilliam-Fotos, mit denen ich aber immerhin fertig geworden bin. Also mit dem Durchschauen und Hochladen zumindest. Jetzt fehlen nur noch ein, zwei Auftragsselektionen fürs Archiv. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden.
Eine Weile habe ich heute Morgen sogar dramaturgische Arbeit erledigen dürfen: Ich habe mich mit Nwabisa über die Inszenierung unterhalten, an der sie gerade als Regisseurin arbeitet. Sie entwickelt ein auf ihrer eigenen Biographie basierendes Stück darüber, was für Erwartungen auf einem jungen Menschen lasten, wenn er als erster aus seiner Familie zur Universität geht, und was passiert, wenn diese Situation mit den Protesten, die den universitären Betrieb lahmlegen, aufeinanderprallt. Nwabisa war letztes Jahr offenbar ein Dreivierteljahr lang stark bei #feesmustfall engagiert.
Ihr Stück („23 Years, 7 Days“ oder so ähnlich, auf jeden Fall haben diese Zahlen Bedeutung) ist noch ein gutes Stück davon entfernt, fertig zu sein. Anfang November wird aufgeführt. Ich habe probiert, Nwabisa ein bisschen Input zu geben, worauf sie achten könnte, was zu bedenken wäre, und derlei Dinge. War ganz fruchtbar, glaube ich. Demnächst will sie mir ihr Skript zum Lesen geben, da freue ich mich schon drauf.
Nachmittags hat Ine mir eine Nachricht geschickt, ob ich morgen mit nach Hermanus möchte, einem Ort etwas mehr als 100 km von hier. Hermanus ist berühmt für die Möglichkeit, vom Land aus Wale zu beobachten, und gerade findet dort ein Whale Festival statt. Ich habe zugesagt, die Idee schien mir gut.
Abends sind dann allerdings aus irgendwelchen Gründen Helen und Rachel abgesprungen, und Ine und ich haben entschieden, nicht zu zweit zu fahren. Ine hatte ein Auto mieten wollen, und zu zweit erschien uns das Mieten und auch das Zimmerbuchen und alles nicht mehr so sinnig. Stattdessen könnten wir morgen ja auf den Tafelberg hinauf? Gute Idee! Wenig später fiel Ine dann auf, dass sie morgen Mittag ein Fußballspiel hat. Naja, wir könnten morgen früh zur Old Biscuit Mill fahren, die ist nicht weit von hier, dort ist jeden Samstag Markt? Ja, gute Idee.
Sa, 01.10.16
So fuhren wir heute um halb zehn zur Old Biscuit Mill, um dort zu frühstücken. Ich habe nach einem Account-Reparations-Versuch letzte Woche in Deutschland nun erneut meine Uber-App ausprobiert – und es hat tatsächlich funktioniert, ich konnte per Handy ein Uber-Taxi bestellen! Ich bin ziemlich glücklich darüber. Für 20 Rand (ca. 1,30 Euro) legten wir die gut anderthalb Kilometer in den Nachbarstadtteil Woodstock mit einem Herrn namens Henrique zurück, der uns direkt vor unserer Haustür abholte. Gezahlt wird über die eingespeicherte VISA-Karte, ich musste nichts weiter tun als Start- und Zielort anzugeben. Enorm praktisch, das.
Der Markt an der Old Biscuit Mill ist wirklich sehr schön. Zuerst schlängelten wir uns durch die zwei Hallen mit den Essensständen; ich weiß nicht, ob der Geruch oder der Anblick der vielen guten Dinge verführerischer war. Es gab von allem etwas (z.B. auch einen kleinen Stand mit einer freundlichen Niederländerin dahinter, die Bitterballen und Poffertjes verkaufte), die Entscheidung fiel Ine und mir schwer. Sie entschied sich letztlich für einen Crêpe (bzw. die herzhafte Variante davon), ich mich für ein Brötchen mit Bacon und Frankfurter Würstchen, das extrem gut aussah, dann aber doch eher lecker als umwerfend war.
Ich kaufte mir noch ein Vollkornbrot, bevor wir die kleinen Läden durchstöberten, die auch abseits des Samstagsmarkts an der Old Biscuit Mill zu finden sind. Sehr schön, alles. Für Geschenksuchende zum Beispiel bestimmt ein lohnenswertes Ziel.
Nachdem wir noch in ein paar Läden an der angrenzenden Straße hineingeschaut hatten, bestellte diesmal Ine ein Uber zurück nach Hause, wo sie sich fürs Fußballspiel fertig machte und ich mein Brot probierte: sehr lecker.
Der Rest des Tages ist kaum mehr der Rede wert, den habe ich größtenteils angenehm verplempert.









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