Samstag, 8. Oktober 2016

Die Tage 63 und 64

Fr, 07.10.16
Heute wieder mal etwas Neues: Um 11:30 Uhr wurden die Trainees und alle, die weiter weg mussten, nach Hause geschickt, da im öffentlichen Nahverkehr gestreikt wurde. Inklusive brennender Züge und Attacken auf Menschen offenbar. „Because that's what we do, we burn trains...“, Jenny H. mit bitterem Grinsen.

Lwanda und Beviol sowie Margie, die Meagan mitnahm, gingen in der Zeit, in der ich mittagspausig zu Hause war. Es blieben also zurück Jenny H., Meghan und ich. Die Atmosphäre im Theatergebäude war ein wenig seltsam, so still wie es war, aber wir arbeiteten dessen ungeachtet vor uns hin. Ich verschickte 24 E-Mails, die meisten davon nach Bologna, Italien, in der Hoffnung, dass irgendwer uns Geld geben will für unser Ekhaya-Crowdfunding. Weil Maserati da auch bestimmt Lust zu hat. Und die Banca di Bologna. Und der Aeroporto Guglielmo Marconi di Bologna. Aber wenn Margie meint (was sie tat, auch auf skeptische Nachfrage meinerseits hin), dann bitte.

Dass man mit wild herausgeschickten Mails auch durchaus mal Glück haben kann, beweist schließlich das Paket, das Jenny H. heute Morgen mitbrachte: 10 Kilo Pfannkuchen-Trockenmix sowie 5 Kilo (Liter?) Ahornsirup.

Wir waren alle drei bereits in tiefster Gleich-ist-endlich-endlich-endlich-Feierabend-Stimmung, da traf gegen 16:30 Uhr noch eine weitere E-Mail von Pearl ein, der Dame bei Ina Paarman, mit der wir in Kontakt waren. Sie habe noch etwas gefunden, was sie uns spenden könne! Nämlich 100 Pakete zu je 100 Gramm Biltong, das ist in Südafrika beliebtes getrocknetes Fleisch zum Knabbern. So waren wir drei im Büro auf einmal wieder gut drauf und gingen wenig später freudig ins wohlverdiente Wochenende. 

Sa, 08.10.16
Heute war ein wunderbarer Tag. Ich war bei Pick n Pay, um einzukaufen, neben Lebensmitteln auch Elektrizität für 200 Rand sowie 250 MB Handy-Datenvolumen für 59 Rand. Und ansonsten habe ich den Tag verbracht, indem ich gelesen, Gitarre gespielt und ab und zu etwas gegessen habe. Das Haus ist still, weil leer, ich habe mich herrlich ungestört entspannen können. Ach ja, Wäsche habe ich auch gewaschen. Zwischendurch hat es geregnet, der Sommer ist gerade wieder auf dem Rückzug. Macht mir aber gerade, also heute, nichts aus. Heute war nämlich einfach sehr entspannend.

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