Montag, 10. Oktober 2016

Die Tage 65 und 66

So, 09.10.16
Nichts Spannendes. Ich habe das Buch fertiggelesen, das ich Freitag angefangen habe, „The Vegetarian“ von Han Kang. Ich habe in der Sonne gesessen. Meine Mitbewohnerinnen sind wieder da. Das war's. Hat sehr gut getan, das ruhige Wochenende.

Mo, 10.10.16
Die heutige Meditation hat Margie geleitet. Sie bestand hauptsächlich daraus, dass alle innerhalb von zehn Minuten einen Brief schreiben sollten, einen Brief an ihr Ich in dem Moment, als sie zum ersten Mal das Magnet Theatre betreten haben, aus der Perspektive von heute. Am Ende hat Margie die Briefe verschlossen eingesammelt. Ich weiß also schon, was ich demnächst zurückbekommen werde.

Danach habe ich mich wieder aufs Crowdfunding gestürzt, einen Facebook-Post geschrieben zum Beispiel. Das Highlight jedoch, und gleichzeitig der schlimmste Moment, war eine Anruferin, die nach mir gefragt hat. Und zwar eine Anruferin aus Bologna, Italien. Von der Ducati Motor Holding. So weit, so hervorragend – eine Rückmeldung auf die E-Mails, die ich Freitag relativ willkürlich nach Italien geschickt hatte. Doch leider habe ich die Dame kaum verstanden. Erstens war die Verbindung nicht die beste, und zweitens und noch viel schlimmer haben die Trainees im Theater nebenan gerade lautstark gesungen. Ich bin mit dem Telefon durch die Gegend getigert, habe aber keinen Fleck im Büro oder auf der Treppe oder in der Lobby gefunden, an dem ich mehr als 20 Prozent von dem, was die Anruferin sagte, verstehen konnte. Sie hat sich bedankt für unser Interesse an der Firma, und dann ging’s schon los mit dem Ratenmüssen. Ich glaube, sie hat mir geraten, an eine bestimmte E-Mail-Adresse eine detailliertere Anfrage zu schicken. Was ja erst einmal sehr positiv klingt. Leider hatte ich keine Chance, die E-Mail-Adresse zu verstehen – sie ging mit „contact“ los, aber dann? –, weswegen ich irgendwann aufgegeben habe. In der Hoffnung, die Adresse bestimmt auch online finden zu können. Ein Fehler.
Am Ende des sehr einseitigen Gesprächs habe ich zum Glück noch den Namen der Frau erfragt, Ilaria. Auch das war schwierig genug. Google hat dann zum Glück eine E-Mail-Adresse von Ilaria ausgespuckt, also eine wahrscheinliche. Da habe ich anschließend hingeschrieben und gefragt, ob sie mir die andere Adresse noch mal zuschicken könne, weil ich sie offenbar falsch notiert habe, ähem, und sorry für das komische Gespräch, Theaterprobe und so.
Einerseits juhu, ein Silberstreif am Horizont. Andererseits ganz, ganz unschön. Margie und alle haben zwar Vertrauen, dass das noch zu reparieren ist. Und ich? Ich hoffe es. Weil wenn nicht, puh. Dann muss eine neue Idee zur Schadensbegrenzung her.

Am Ende der Mittagspause (die ich zum Teil mit Ine, Helen und Sandro im Hinterhof in der Sonne verbracht habe) bin ich in eine Diskussion, eine Meinungsverschiedenheit über Theater in Südafrika und Erreichbarkeit von Menschen durch verschiedene Sprachen hineingestolpert, die Meghan und Lwanda vorm Theater geführt habe. War eigentlich ganz spannend, wurde aber von beiden Seiten geführt, ohne richtig oder gar sinnvoll auf die andere einzugehen. Können die beiden beide ganz gut, das. Ich habe beiden in Teilen zugestimmt, was Meghan so lange gut fand, bis ich ihre nicht hilfreiche Rhetorik kritisiert habe, woraufhin sie angefangen hat, mich blöd anzuargumentieren. Das Ende der Mittagspause hat das Ganze dann gnädigerweise beendet.

Nachmittags habe ich hauptsächlich Thank-You-Nachrichten an alle bisherigen Spender verfasst und verschickt. Zac war kurz da, Marks und Jennies Sohn (beide sind gerade in Amsterdam), der auch mit in Clanwilliam war, und hat etwas mit Jenny H. besprochen, er neuerdings übrigens mit Iro auf dem Kopf. Ach, und wie es momentan aussieht, werden Meghan und ich Donnerstag zu den Culture Gangs mitgehen in eins der Townships. Weitere Infos dazu folgen noch. Bis dahin: Daumen drücken, dass Ilaria sich noch mal meldet. Eieiei.

PS: Die Uni ist noch immer dicht. Vielleicht macht sie morgen wieder auf? Bisher gab es noch keine Infos. Jedenfalls keine, die ich mitbekommen hätte.

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