Di, 25.10.16
Heute: Nwabisa hat unsere Poster
hochgeladen, das Facebook-Event ist durchgestartet, ich hab noch mal
ein bisschen mitgeholfen bei der Bearbeitung und allem. Die Poster kamen ziemlich gut an. Später habe
ich endlich Nwabisas Skript gelesen und mit ihr in der Mittagspause
darüber gesprochen. Noch später hat sie dann einen Durchlauf
gezeigt (bzw. den größten Teil davon), angeschaut von
Magnet-Designer Craig Leo, Meghan, Lwanda und mir. Nach der
allgemeinen Besprechung danach hatte ich noch eine persönliche
Besprechung mit Nwabisa, um noch einmal direkt auf mittags schon
besprochene Punkte einzugehen. Was sie bisher auf die Beine gestellt hat wirkt tatsächlich schon
besser, als ich es aus irgendeinem Grund eingeschätzt hatte. Und es
sind noch mehr als zwei Wochen bis zur Premiere. Ich freu mich schon
aufs Endergebnis.
Ich habe heute außerdem weiter an den
Clanwilliam-Fotos herumgedacht, also inwiefern ein Trailer möglich
ist, was ich dazu noch machen muss und brauche und so weiter. Auch habe ich mir heute für 343 Rand, ca. 23 Euro, das
Magnet-Buch gekauft (statt für den Normalpreis von 450 ZAR, ca. 30
Euro). Ich habe die Hoffnung mittlerweile aufgegeben, dass ich
womöglich ein Exemplar als Abschiedsgeschenk und
Für-drei-Monate-unbezahlte-Arbeit-Dankeschön bekomme. Aber das Buch
muss ja schon in meinem Regal stehen, finde ich. Deshalb.
Und ich hatte heute eine Diskussion mit
Meghan darüber, was man als nicht-schwarzer Nicht-Südafrikaner
sagen darf/sollte und was nicht. Ob man seine Meinung zu bestimmten
Themen lieber für sich behält, da man des eigenen Privilegs wegen
bestimmte Sachverhalte nicht richtig mitfühlen kann, bzw. ab welchem
Punkt und bei welchen Themen das so ist. Wo beginnt mansplaining, wo
hören (subjektiv) logische Argumente auf? Ausgelöst wurde das Ganze
durch Lwanda, der von Kwikspar zurückkam und sich berechtigterweise
darüber aufregte, dass er von einem Ladendetektiv (oder so) zum
wiederholten Male durch den Laden verfolgt und sehr offensichtlich beschattet worden war
– vermutlich aufgrund seiner Hautfarbe. Darf man (= ich) als weißer
Europäer Lwanda, wenn er verkündet, beim nächsten Mal in die Luft
gehen und ordentlich Aufstand machen zu wollen, raten, lieber nicht
zu explodieren, sondern die Situation eher zu entschärfen als
anzuheizen? Kann ich mich nicht richtig in ihn hineinversetzen, in
sein Irgendwann-ist-das-Maß-voll-Gefühl, und sollte deshalb die
Klappe halten? Oder ist mein Tipp, obwohl in der Tat aus weißer
Perspektive geäußert, vielmehr einfach einer, der Diplomatie,
den Glauben an gesunden Menschenverstand oder was auch immer über Herumschreien und
Auf-die-Pauke-Hauen schätzt? Oder vielleicht beides gleichzeitig, auf verquere Art? Ein schwieriges, spannendes und unheimlich frustrierendes Thema.

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