Mittwoch, 26. Oktober 2016

Tag 81

Di, 25.10.16
Heute: Nwabisa hat unsere Poster hochgeladen, das Facebook-Event ist durchgestartet, ich hab noch mal ein bisschen mitgeholfen bei der Bearbeitung und allem. Die Poster kamen ziemlich gut an. Später habe ich endlich Nwabisas Skript gelesen und mit ihr in der Mittagspause darüber gesprochen. Noch später hat sie dann einen Durchlauf gezeigt (bzw. den größten Teil davon), angeschaut von Magnet-Designer Craig Leo, Meghan, Lwanda und mir. Nach der allgemeinen Besprechung danach hatte ich noch eine persönliche Besprechung mit Nwabisa, um noch einmal direkt auf mittags schon besprochene Punkte einzugehen. Was sie bisher auf die Beine gestellt hat wirkt tatsächlich schon besser, als ich es aus irgendeinem Grund eingeschätzt hatte. Und es sind noch mehr als zwei Wochen bis zur Premiere. Ich freu mich schon aufs Endergebnis.

Ich habe heute außerdem weiter an den Clanwilliam-Fotos herumgedacht, also inwiefern ein Trailer möglich ist, was ich dazu noch machen muss und brauche und so weiter. Auch habe ich mir heute für 343 Rand, ca. 23 Euro, das Magnet-Buch gekauft (statt für den Normalpreis von 450 ZAR, ca. 30 Euro). Ich habe die Hoffnung mittlerweile aufgegeben, dass ich womöglich ein Exemplar als Abschiedsgeschenk und Für-drei-Monate-unbezahlte-Arbeit-Dankeschön bekomme. Aber das Buch muss ja schon in meinem Regal stehen, finde ich. Deshalb.

Und ich hatte heute eine Diskussion mit Meghan darüber, was man als nicht-schwarzer Nicht-Südafrikaner sagen darf/sollte und was nicht. Ob man seine Meinung zu bestimmten Themen lieber für sich behält, da man des eigenen Privilegs wegen bestimmte Sachverhalte nicht richtig mitfühlen kann, bzw. ab welchem Punkt und bei welchen Themen das so ist. Wo beginnt mansplaining, wo hören (subjektiv) logische Argumente auf? Ausgelöst wurde das Ganze durch Lwanda, der von Kwikspar zurückkam und sich berechtigterweise darüber aufregte, dass er von einem Ladendetektiv (oder so) zum wiederholten Male durch den Laden verfolgt und sehr offensichtlich beschattet worden war – vermutlich aufgrund seiner Hautfarbe. Darf man (= ich) als weißer Europäer Lwanda, wenn er verkündet, beim nächsten Mal in die Luft gehen und ordentlich Aufstand machen zu wollen, raten, lieber nicht zu explodieren, sondern die Situation eher zu entschärfen als anzuheizen? Kann ich mich nicht richtig in ihn hineinversetzen, in sein Irgendwann-ist-das-Maß-voll-Gefühl, und sollte deshalb die Klappe halten? Oder ist mein Tipp, obwohl in der Tat aus weißer Perspektive geäußert, vielmehr einfach einer, der Diplomatie, den Glauben an gesunden Menschenverstand oder was auch immer über Herumschreien und Auf-die-Pauke-Hauen schätzt? Oder vielleicht beides gleichzeitig, auf verquere Art? Ein schwieriges, spannendes und unheimlich frustrierendes Thema.

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