Mo, 31.10.16
Nachdem Jenny H. heute eine Meditation
von Band abgespielt hat, schien der Tag eigentlich erst normal
loszugehen.
Um zehn jedoch rief Jennie alle auf der Bühne zusammen, auf der eigentlich gerade Nwabisa probte. Die bedrückt-wütende, zum Boden gerichtete Ansage: Irgendwann seit Freitag sei Geld aus dem Büro gestohlen worden, „a significant amount“, das für eines der kommenden Events benutzt werden sollte, 4000 Rand (270 Euro). Wer auch immer es war, solle das Geld zurückgeben, „no questions asked“, nur zurückgeben, damit die Veranstaltung stattfinden könne. Es müsse jemand von Magnet gewesen sein. Margie sagte Dinge übers Vertrauensverhältnis, bedrückte und demonstrativ ahnungslose Blicke streiften umher.
Um zehn jedoch rief Jennie alle auf der Bühne zusammen, auf der eigentlich gerade Nwabisa probte. Die bedrückt-wütende, zum Boden gerichtete Ansage: Irgendwann seit Freitag sei Geld aus dem Büro gestohlen worden, „a significant amount“, das für eines der kommenden Events benutzt werden sollte, 4000 Rand (270 Euro). Wer auch immer es war, solle das Geld zurückgeben, „no questions asked“, nur zurückgeben, damit die Veranstaltung stattfinden könne. Es müsse jemand von Magnet gewesen sein. Margie sagte Dinge übers Vertrauensverhältnis, bedrückte und demonstrativ ahnungslose Blicke streiften umher.
Die Trainees fingen, nachdem das
Büro-Team die Bühne wieder verlassen hatte, gleich mit der Diskussions-Detektivarbeit an; Nwabisa holte sie zum Glück recht bald in die
Probe zurück. Im Büro herrschte eine Viertelstunde lang eine eher
depressive Stimmung, bis Margie per Telefon herausfand, dass Magnet
bis 5000 Rand versichert ist. Jennie machte
sich trotzdem daran, eine Ereignisabfolge für Freitag (wer
wann wo war) zusammenzutragen. Sie telefonierte außerdem mit
Mark, der offenbar ordentlich wütend war. Später kam noch die
Polizei, um den Fall aufzunehmen. Immerhin: Margie meinte, das sei
das erste Mal gewesen, dass so etwas passiert ist, seit Magnet 2010 ins
jetzige Gebäude gezogen sei.
Arbeit gab es natürlich trotzdem auch. Ich erklärte Maggie, wie das
Crowdfunding abläuft, da sie das ab Mitte der Woche übernehmen
wird. Ich arbeitete mit neuem Infomaterial an der Wiki-Seite; sie ist im
Grunde fertig, Jennie muss nur noch die Veröffentlichung absegnen.
(Bzw. rief sie mich heute Nachmittag, als ich gerade nach Hause
gekommen war, an, und fragte, wie sie den Text, die ich ihr
geschickt hatte, bearbeiten könne. Antwort: gar nicht, da es ein
Screenshot, also eine Bilddatei ist. Jennie meinte, irgendwas am Englisch sei
nicht richtig. Was ich mir kaum vorstellen kann, da sowohl Meghan als
auch Jenny H. drübergeguckt haben. Aber gut, werde ich dann wohl morgen
erfahren, was Jennie gefunden hat.)
Jennie hatte heute allgemein keinen so tollen
Tag, schien es („Can something good happen today, please?“). Kurz
vor Feierabend kam sie aus Nwabisas Probe nach oben ins Büro und
schimpfte, was zur Hölle sie die letzten drei Jahre hier eigentlich
gemacht habe; man hatte sie davor schon auf der Bühne die Trainees
zusammenstauchen hören. „No books, no pencils, can't read the
text, don't even know the text, one week before they open!“ Lwanda
stimmte mit ein, er habe keine Lust mehr. Der Arbeitsethos der
Schauspielerinnen und Schauspieler sei zwar nicht von allen, aber von
den meisten unter aller Sau.
Und auch Meghan hatte heute einen
Frustmoment: Als sie bei der Polizei anrief,
verstand man sie am anderen Ende der Leitung wegen ihres
amerikanischen Akzents nicht, Margie musste übernehmen. Darüber hatte sie sich schon häufiger aufgeregt, der Fall heute aber fiel besonders drastisch
aus. Wie das denn sein könne, fragte sie, in all den Filmen und
Serien und Liedern, die die Leute kennen, haben doch alle genau
ihren Akzent. Tja. Ist heute anscheinend alles nicht so einfach.



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