Donnerstag, 3. November 2016

Die Tage 88 und 89

Di, 01.11.16
Heute war wieder ein Wiki-Tag, sogar ein kompletter. Ich bekam Feedback von Jennie, werkelte weiter, wartete auf Jennie, bekam wieder Feedback, vertagte die Veröffentlichung erneut, da noch immer nicht alles stimmt. Mit Themba besprach ich die Clanwilliam-Reunion, die ich für das kommende Wochenende am Organisieren bin. Und zwischendurch schaute ich ein wenig bei Nwabisas Probe zu.


Nach Feierabend ging ich einkaufen. Auf dem Weg traf ich wie immer Innocence vor dem Laden, den er bewacht. Seit einer Weile begrüßen wir uns immer mit Handschlag und smalltalken kurz, so auch diesmal. Da ich beim letzten Mal, das ich einkaufen gegangen bin, auf der anderen Straßenseite lief und Innocence daher nicht sah, begrüßte er mich heute mit „long time no see“. Er habe sich gefragt, was los sei, wo ich sei. Dann erzählte er (auf meine Nachfrage hin, ob alles gut und ruhig gewesen sei), dass vor ein paar Tagen der Laden nebenan ausgeraubt worden sei, als er gerade in der Mittagspause war. Die haben eben keinen Innocence, der sie beschützt.
Im Supermarkt bestätigte sich mal wieder, dass man grundsätzlich immer die langsamste Kassenschlange/die mit einem Problem wählt. Es sei denn, man wechselt die Kasse zwischendurch. Dann wird die Schlange, zu der man wechselt, noch langsamer. Pick n Pay zur Stoßzeit macht immer viel Spaß.

Mi, 02.11.16
Mein letzter offizieller Magnet-Tag! Als ersten Tagesordnungspunkte dankte Jennie in einem kleinen informellen Meeting zu dritt Meghan und mir und entschuldigte sich für ihre zeitweilige grumpiness. Die sei dem ständigen Druck geschuldet, der auf ihr und auf allen hier laste. Jennie wollte wissen, wie wir die drei Monate bei Magnet gefunden hätten, was wir mitgenommen und gelernt haben. Unser Feedback fiel durchaus positiv aus. Seltsam, dass es jetzt vorbei sein soll. Ging am Ende dann doch irgendwie schnell vorbei, die Zeit.

Da ich Jennie gestern Abend noch eine Wikipedia-Textversion geschickt hatte, bekam ich heute Feedback von ihr und konnte weiterarbeiten. Ich schrieb den Geschichtsteil des Artikels zusammen; der wartet nun als letzter Teil auf Jennies Okay. Also kann ich das Ganze hoffentlich sehr bald online stellen.

Um eins versammelten wir uns zum gemeinsamen Mittagessen in der Lobby, alle hatten etwas mitgebracht (ich: Vanillejoghurt und Ananas). Jennie war nicht da, sie hatte ein wichtiges Meeting, daher hatte sie auch direkt morgens schon mit Meghan und mir gesprochen. Auch Margie fehlte, da sie heute für ihre letzte Klausur morgen lernen musste. Dafür war heute Mark wieder zurück. Er war einen Monat in Amsterdam gewesen, außerdem für eine Zeit in Berlin, und für noch mehr Zeit an diversen anderen Orten in Europa. Viel rumgekommen ist er in den letzten zweieinhalb Monaten. Das Ganze scheint ihm allerdings gut getan zu haben, er wirkte entspannt und gelöst.
Den Potluck begannen wir mit einem Ständchen für Beviol, die heute ihren 21. Geburtstag feierte. Dann hielt Jenny H. eine Mini-Rede, bzw. dankte sie Meghan und mir und überließ uns das Wort. Ich sagte wenig kreativ hauptsächlich ein großes Danke an alle, Meghan sprach davon, wie die Trainees dem Büro-Wahnsinn einen Sinn geben. Und dann wurde geschlemmt, zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten.

Nach dem Essen gingen die Trainees in aufgesplittete „23“-Proben. Die meisten probten draußen Lieder mit Yonela, Nwabisa ließ auf der Bühne erst Zizipho, dann Emmanuel, dann Livie einzeln ihre jeweiligen Parts proben. Und ich entschied, mich nicht ins Büro zu setzen, sondern herumzulaufen und Fotos von den Proben zu machen. (Irgendwann zwischendurch erfuhr ich außerdem von Themba, dass sein Name auf Zulu „Hoffnung heißt.)


Um vier ließ Nwabisa im (enorm warmen) Theater einen Durchlauf machen. Auch hierbei schoss ich Fotos. Die Arbeit an der Inszenierung ist seit letztem Mal so sehr fortgeschritten, dass sich die neue Fotosession absolut gelohnt hat.

Natasha fiel mitten in der Probe mit schmerzverzerrtem Gesicht aus. Nwabisa, Themba, Jennie und Jenny H. versammelten sich um Natasha, die zusammengesunken am Rand des Publikumsbereiches saß, und schauten besorgt drein, während auf der Bühne direkt daneben die Trainees minus eins den Durchlauf fortsetzten. Blinddarm womöglich, wurde gemutmaßt. Natasha erzählte mir aber später, sie sei schon beim Arzt gewesen und habe Medikamente bekommen. Also hoffentlich doch nicht Blinddarm?

Gegen viertel vor fünf war der Durchlauf vorbei, ich redete noch kurz mit Nwabisa darüber. Ich bot ihr außerdem an, ich könne auch weiterhin zu ihren Proben kommen und sie unterstützen, was sie dankend annahm. Nächste Woche ist Premiere, so kurz davor kann sie naturgemäß alle Hilfe gebrauchen (was sie später am Abend auch gleich ausnutzte, als sie mich anschrieb und fragte, ob ich am Programmzettel und am Sound etwas für morgen vorbereiten könne).

Dann ging ich zurück ins Büro, packte meine Sachen und sagte den noch Anwesenden oben und dann auch denen unten im Theater tschüss (von Livie bekam ich ein herzliches „Ciao, my nigger!“ sowie die Handschlag-Variante, die er mir im Laufe der Zeit tatsächlich beizubringen geschafft hatte). Das Tschüss sagte ich allerdings nicht, ohne allen zu versichern, dass ich ganz bald wieder vorbeischauen werde. Wie gesagt wahrscheinlich zu Nwabisas Proben. Und spätestens Montagabend, da wird ein book launch des 25-Jahre-Magnet-Buchs im Theater stattfinden, zu dem ich vermutlich hingehen werde.

War ein sehr schöner letzter (offizieller) Tag. Danke, Magnet Theatre!

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