Do, 03.11.16
Nach dem Frühstück mit Ine („What
are you doing here? Are you not supposed to be at work?“), bei dem
wir uns über den Stand der Welt ausgelassen haben, habe ich mich –
surprise, surprise – wieder Wikipedia gewidmet. Einige E-Mails von
und an Jennie später habe ich ihn endlich veröffentlicht, den
„Magnet Theatre“-Eintrag. Voilà:
Auf den erfolgreichen Start folgte bald
ein kleiner Dämpfer: Jemand hatte den Artikel angeschaut und
befunden, dass er sich zu sehr auf die Magnet-Theatre-Website berufe
und deswegen nicht verlässlich/neutral sei. Außerdem wurde der
„Objectives“-Abschnitt entfernt, da er für einen Lexikoneintrag
zu sehr nach Werbung schmeckte. Versteh ich, hab ich fast mit
gerechnet, ist okay. Das „Zu viel von einer einzigen
Quelle“-Banner, das der Kritiker oben auf der Seite eingefügt hatte,
bemühte ich mich im Laufe des Nachmittags zu entkräften, indem ich
andere Quellen suchte – und auch fand, weshalb ich am Ende das Banner wieder
entfernen konnte.
Ansonsten habe ich meinen ersten
Nicht-im-Büro-Tag ruhig angehen lassen.
Fr, 04.11.16
Erneut arbeitete ich heute Morgen an
der Magnet-Wikipedia-Seite. Ich habe das Gefühl, das könnte noch
eine Weile so gehen, der Ausbau dessen hat das Potential, ein bisschen mein
Nebenher-Projekt zu bleiben.
Abends machte ich gefüllte Paprika.
Ich hatte Sinakho zum Essen eingeladen, bzw. hatte ich sie eigentlich
dazu eingeladen, ins Theater mitzukommen; Margie hatte neulich
gefragt, ob jemand Freikarten für eine Show von der Unmute Dance Company, präsentiert im
Artscape Theatre Centre, haben möchte, Magnet hätte ein Angebot
bekommen, offenbar werde ein Publikum gesucht. Und da hatte ich auf
gut Glück zwei Karten bestellt. Und ja, vor der Show wollten wir noch etwas
essen, darum gefüllte Paprika.
Dann uberten wir zum Artscape, der
Uber-Fahrer war ein bisschen zu redselig. Am Theater angekommen
empfingen uns Margie, deren Tochter sowie Meghan. Außerdem waren
auch Themba und Lwanda da. Halb Magnet also. Margie erzählte von
ihrer Donnerstag geschriebenen letzten Klausur ihres
Honors-Studiengangs, und außerdem, dass sie ab Ende des Jahres nicht
mehr bei Magnet arbeiten werde. Erstens, da sie auch noch einen
Master machen möchte, und zweitens, da Magnet sowieso knapp bei
Kasse sei. Irgendwie schwer vorstellbar, Magnet ohne Margie.
Die Show, „SOLD!“, war in zwei
Teile gesplittet, bzw. der Abend bestand aus zwei verschiedenen Shows
hintereinander. Der erste Teil war eine Drei-Mann-Show,
mindestens einer der drei – Siphenati, ein Albino – ein
Ex-Magnet-Trainee. Die Tanzperformance drehte sich grob um die derzeitigen Zustände in
Südafrika. Per Jacob-Zuma-Tonbandeinspielungen am Anfang und
projizierten Bildern von Townships im Hintergrund wurde eine
politische Dimension geöffnet, vor der die drei Performer mit
Metallketten und -eimern arbeiteten. Eine starke Performance,
choreographisch und artistisch beeindruckend.
Es folgte eine Pause, dann das zweite
Stück. Diesmal waren Styropor-Totenköpfe das zentrale Requisit,
dazu kamen Sand und einige lange Stöcke. Damit wurden Assoziationen (neben des
teils auch sprachlichen, mehr oder weniger direkten Bezügen) zu
verschiedenen anderen afrikanischen Ländern, Bürgerkriegen,
Sklaverei und viel Tod hervorgerufen. So weit, was ich verstanden habe; in der Stückbeschreibung liest sich das folgendermaßen:
Unmute Dance Company in partnership with the Artscape Theatre Centre presents 2016’s Standard Bank Young Artist Themba Mbuli in SOLD, a Double Bill of his latest works.
A South African premier at the National Arts Festival, Grahamstown, SOLD! is a theatrical reincarnation of four women whose skulls were part of the 20 skulls of Herero/Nama people that were repatriated to Namibia. These four women embark on a journey to rediscover/uncover unnamed women in African history and in present times; interrogating the state of how women are perceived in Africa today.
(http://www.artscape.co.za/show/sold/1337/)Unter den sieben Performerinnen und Performern war eine, die im Rollstuhl saß, was in der Choreographie einige interessante Abweichungen von den restlichen Akteuren sowie einige direkt daraus entwickelte Möglichkeiten erlaubte. Visuell war die Inszenierung stark, die Bilder waren sehr schön, nicht zuletzt das Schlussbild, in dem eine einzelne Performerin in einem kalten Lichtkegel Sand um sich herumwirbelte. Insgesamt hat die Aufführung mich aber leider nicht fangen können, ich bin des Öfteren abgedriftet. Zum Schluss wurde viel zu lang eine viel zu unpassende Soundkulisse eingespielt, die das Thema der Aufführung mit ihrer Regelrecht-Fröhlichkeit geradezu konterkarierte. Handwerklich und ideentechnisch gut gemacht, aber das Ganze hat es nicht geschafft, mich mitzureißen.
Sinakho und ich fuhren danach, es war
mittlerweile kurz nach halb zehn, wieder zurück in die Station Rd.
Dort trafen wir auf Ine, die sich gerade etwas zu essen machten. Wir
beschlossen, auf Ine zu warten, und dann mit ihr in Obz wegzugehen.
Wir gingen zu Stones in der Lower Main Rd, nur etwa 300 Meter von hier. Ine war ein bisschen ängstlich, da potentiell drei ihrer derzeitigen Dates ebenfalls ins Stones kommen wollten, Sinakho und ich hatten aus demselben Grund viel Spaß. Es erschien letztlich nur einer der drei (und zwei ehemalige Dates, die aber schon so lang her sind, dass sie nicht mehr zählen); war aber trotzdem witzig genug. Wir spielten zunächst zu dritt zwei Runden Tischfußball (ich lernte, dass das Englische Wort dafür „foosball“ ist, hatte ich noch nie davor gehört), dann setzten wir uns an die Bar (und dann kam auch Ines Date). Ich unterhielt mich sehr gut hauptsächlich mit Sinakho, wie schon neulich am Reservoir über ungefähr alles.
Wir gingen zu Stones in der Lower Main Rd, nur etwa 300 Meter von hier. Ine war ein bisschen ängstlich, da potentiell drei ihrer derzeitigen Dates ebenfalls ins Stones kommen wollten, Sinakho und ich hatten aus demselben Grund viel Spaß. Es erschien letztlich nur einer der drei (und zwei ehemalige Dates, die aber schon so lang her sind, dass sie nicht mehr zählen); war aber trotzdem witzig genug. Wir spielten zunächst zu dritt zwei Runden Tischfußball (ich lernte, dass das Englische Wort dafür „foosball“ ist, hatte ich noch nie davor gehört), dann setzten wir uns an die Bar (und dann kam auch Ines Date). Ich unterhielt mich sehr gut hauptsächlich mit Sinakho, wie schon neulich am Reservoir über ungefähr alles.
Um kurz vor eins ließen wir Ine und
ihre Männer zurück, gingen zurück in die 152 Station Rd, Sinakho
bestellte sich ein Uber, und ich duschte mir den Rauchgestank ab. Ein
sehr schöner Abend war das; bisher ist meine freie Zeit durchaus
genießbar.





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