Dienstag, 8. November 2016

Die Tage 93 und 94

So, 06.11.16
Heute war nicht so erfolgreich. Meine letzte Woche durchgeführte Doodle-Umfrage hatte ergeben, dass für eine Clanwilliam-2016-Reunion die meisten Leute heute um 14 Uhr Zeit haben. Daher hatte ich für heute ein Picknick im De Waal Park (Thembas Vorschlag) angesetzt. Als ich dort um zwei ankam (nachdem mein Uberfahrer mich erst zu einem anderen Ort gebracht hatte, da er den Park nicht unter dem Namen kannte – vier statt fünf Sterne in der Bewertung!), traf ich auf Meghan; zwanzig Minuten später kam Clement dazu. Wir setzten uns ins Gras, unterhielten uns, wurden von mehreren Hunden belästigt, und warteten auf die rund mindestens zehn anderen, die zugesagt hatten. Irgendwann kamen Zac und seine Freundin, deren Name unter Umständen Lilly ist. Sie blieben rund eine Stunde, dann machten sich die beiden zusammen mit Meghan wieder auf den Weg. Clement blieb noch und leistete mir weiter Gesellschaft, wir unterhielten uns gut und machten aus, uns bald noch mal sehen zu müssen. Kurz vor vier verließ dann aber auch er mich. Ich hatte bis dahin eine WhatsApp-Nachricht von Kerim erhalten, der meinte, er werde nicht zum Picknick kommen, aber ob ich ihm Bescheid geben könnte, wenn wir abends noch weiterziehen, und eine von Themba, der meinte, er komme bald.

Nun saß ich also allein im Gras in der Sonne und war ein klein wenig enttäuscht, aber nicht zu sehr, da Clement ein guter Kerl ist und das Wetter gut war (sogar einen ganz ganz kleinen Sonnenbrand holte ich mir, wie ich abends bemerkte). Ich schrieb Themba, dass er nicht mehr kommen müsse. Er sah die Nachricht jedoch erst, als er kurz darauf angekommen war. Während wir uns unterhielten, bekam ich noch eine weitere Nachricht, diesmal von Kim, die mit Danni kommen wollte, das dann aber doch verwarf, als ich ihr schrieb, dass wir nurmehr zu zweit seien.
Nach einer Weile gaben Themba und ich das Warten auf und er nahm mich mit nach Obz. Dort wollte er auf eine Hauseinweihungsfeier von Freunden von ihm. Er wollte mich eigentlich mitnehmen; als wir ankamen, fühlte ich mich aber nicht sozial genug, um neue Leute kennenzulernen inkl. allem Drum und Dran. Daher lief ich den nicht allzu weiten Weg nach Hause, wo ich gegen fünf ankam. Ich bekam noch eine weitere Nachfrage, ob wir noch im Park seien (von Lauren), ansonsten verbrachte ich den restlichen Tag aber ruhig und entspannt und ohne noch mehr Clanwilliam.

Mo, 07.11.16
Heute Morgen habe ich mehr oder weniger spontan eine Tour gebucht, fünf Tage/vier Nächte Garden Route mit einem Unternehmen namens BokBus Tours. Rund 400 Euro kostet der Spaß. Ein Minibus, ein Tourguide, eine kleine Reisegruppe; Kapstadt – Oudtshoorn – Cango Caves – Wilderness – Knysna – Plettenberg Bay – Tsitsikamma National Park – Addo Elephant National Park – Jeffrey's Bay – zurück Richtung Kapstadt – zwei (kurze?) Safaris – Hermanus – Kapstadt, so die angegebene Reiseroute/die Aktivitäten. Ich bin gespannt.
Hier die Karte mit der Route von der Website von BokBus Tours (oben hin, unten zurück):

Heute Abend gegen halb sechs bin ich zu Magnet gegangen. Anlass: book launch! Also eine kleine Party zur Bewerbung des dieses Jahr erschienenen 25-Jahre-Magnet-Buchs. Es gab ein leckeres Buffet, es gab viele Gäste, es gab ein Q&A mit Jennie und Mark. Magnet feierte sich selbst, Leute sagten schöne Dinge, Bücher wurden ver- bzw. gekauft und signiert (ich hatte meines dummerweise nicht mitgebracht, werde mir die Widmungen aber noch wann anders holen), die Stimmung war sehr gut. Und wenn ich nicht gerade mit Mark Wessels besprach, wie ich an seine Clanwilliam-Videos komme, oder mit einer Dame namens Rihanna, die Margie zufolge früher viel in Clanwilliam gemacht habe, Deutsch redete, machte ich Fotos. Darum hatten Jennie/Margie mich gebeten.

Als die Veranstaltung gegen neun vorbei und alles aufgeräumt war, brachte Themba mich nach Hause. Dort traf ich im Wohnzimmer auf Ine, die mir wütend von der poetry-Veranstaltung erzählte, von der sie gerade zurückgekommen war. Es handelte sich wohl um ein Event von und für die schwarze Protestbewegung. Da der Andrang offenbar sehr groß war, wurden Nicht-Schwarze bald gebeten, den black bodies doch bitte den Vortritt zu lassen. Es ging anscheinend um Erfahrungsaustausch und nicht um Wissensvermittlung oder gar Entertainment. Ine war dem Aufruf gerne gefolgt, hörte aber, wie eine weiße mutmaßliche Niederländerin sich vor der Tür laut beschwerte, das sei Rassismus. Ine habe widersprochen, ungläubig-zornig über die unpassende Äußerung der Holländerin.
Sie erzählte mir also die Geschichte, regte sich erneut auf. Und so schlitterten wir in eine rund zweistündige, spannende Diskussion/Klage über Clinton vs. Trump sowie Rassismus (und andere -ismen) in verschiedenen Ländern (nur bedingt aufgelockert von einem blutigen Pinguinvideo). Wenn meine Zeit in Südafrika irgendetwas mit mir gemacht/mir gebracht hat, dann wohl, dass ich mich mit dem Themenkomplex noch deutlich intensiver beschäftigt habe/beschäftige als davor schon.

Ach ja: Ich habe kürzlich die berüchtigte Katze audioaufgenommen, die jeden Abend unseren Hinterhof besucht und uns mit ihrem gotterbärmlichen Gekrächze auf die Nerven geht:

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