Di, 15.11.16
Am Dienstag mussten wir früh aufstehen
– Henri und ich sind noch früher aufgestanden. Um halb sechs
wollten wir den Sonnenaufgang anschauen, wurden aber ein wenig
enttäuscht, da dieser sich hinter einem Berg versteckte. War aber trotzdem
ganz schön.
Um halb sieben wurden wir abgeholt,
denn um sieben sollte die zweite Safari losgehen. Erneut erzählte
Hannes uns allerlei Spannendes und Erstaunliches, so z.B., dass
Löwenmännchen 18 bis 21 Stunden pro Tag schlafen. Die Game Lodge
hat drei Löwen, zwei Weibchen und ein Männchen, beheimatet in einem von den
anderen Tieren abgetrennten Bereich, damit sie diese, teils ziemlich
teuer, nicht reißen. Stattdessen werden sie unter anderem mit Kühen gefüttert. Und die Nashörner werden aus Angst vor Großwildjägern rund um die Uhr beobachtet/bewacht.
Um neun verabschiedeten wir uns von
Hannes und genossen das Frühstück, das dem Abendessen in nichts
nachstand.
Danach gingen wir ins Reptilienhaus,
das ich aber nicht besonders interessant fand. Schlangen in
Terrarien, von mir aus. Im Garten Schildkröten und Krokodile, okay.
Mit dem Rest konnten sie leider nicht mithalten.
Anschließend brachen wir auf und
ließen die Game Lodge hinter uns. In George erzählte Benjamin, dass
die Regierung einigen Township-Bewohnern kostenlose neue, kleine
Häuser zur Verfügung stellt. Ein Thema, bei dem Benjamin sich auf
meine Nachfrage hin fast ein wenig in Rage redete. Er meinte, die
Regierung gebe Geld für die falschen Sachen aus. Soziale und
politische Fragen in Südafrika sind immer spannend und werden heiß
diskutiert, selbst dann, wenn es eigentlich zur Jobbeschreibung gehört, dass man immer nett und ausgeglichen sein sollte.
In Wilderness stoppten wir und machten
Fotos vom dortigen Strand. In Knysna (sprich: Neisna) hielten wir
erneut, die Waterfront fand ich allerdings wenig ansprechend, sondern
eher langweilig.
Weiter ging es nach Plettenberg Bay
bzw. zur Bloukrans River Bridge, der höchsten Brücke mit dem
tiefsten Bungee-Sprung der Welt, sozusagen. Eine optionale, nicht im
Preis inbegriffene Station, aber Henri wollte springen, deswegen
fuhren wir hin. Henri sprang dann auch, furchtlos von Anfang bis Ende,
inkl. betont coolem GoPro-Video, das er dabei drehte.
Kailash wollte eigentlich auch springen, dann doch
nicht mehr, dann vielleicht, dann doch, dann stand er am Abgrund und hatte dermaßen
Angst, dass er trotz der minutenlangen Überredungsversuche von Henri und
den Bungee-Menschen links und rechts von ihm den Sprung abbrach. Das alles wurde
live auf einen Fernseher in einen kleinen Shop inkl. Restaurant an
der Bungee-Station übertragen. Als Kailash endlich abgebrochen
hatte, machten wir anderen uns auf den Weg zurück zum Bus – und
verpassten so, dass Kailash dann doch noch sprang.
Da sich deshalb alles noch weiter
verzögerte, fuhr Benji uns andere schon einmal zum Tsitsikamma
National Park, während Henri und Kailash noch beim Bungee waren.
Charlotte und ich liefen die hölzernen Wege und Stufen entlang bis
zur sogenannten Suspension Bridge, einer bzw. mehreren langen
Hängebrücken. Die Brücken wie auch der Weg dahin an der Küste
entlang waren sehr schön und durchaus beeindruckend (und natürlich
fotogen). An der Brücke schoss Susanne mit Charlottes Handy ein Foto
von Charlotte und mir, bzw. dachte sie, dass sie ein Foto schoss.
Tatsächlich machte sie versehentlich stolze 78 Stück.
Zurück am Ausgangspunkt unserer
Wanderung erwartete uns eine (ebenfalls sehr fotogene) Dassie-Kolonie
(dt.: Klippschliefer oder Klippdachs). Dassies werden hier zwar als
Schädlinge angesehen, sind aber enorm goldig.
Während ich auf dem Boden kauerte, um
einige der Baby-Dassies zu fotografieren, kam eines davon,
verschlafen guckend, nach einer Weile plötzlich auf mich zugelaufen,
hielt mich womöglich für seine Mama, und bemerkte erst im letzten
Moment seinen Fehler und drehte ab. Die echte Mutter saß am Wegesrand etwas
abseits und war gar nicht glücklich über die Situation; sie fauchte
Vorbeigehende, die zwischen ihr und ihren Kindern standen bzw. liefen
ziemlich böse an.
Dann schauten wir uns den
Sonnenuntergang am Meer an. Wundervoll war er; getrübt wurde er nur
dadurch, dass erstmals deutlich zu Tage trat, dass ich einen Fleck
auf der Linse meines großen Objektivs habe. Ein nerviger schwarzer
Punkt, den ich auch die nächsten Tage über nicht wegbekommen
sollte. Die Verunreinigung muss irgendwo im Objektiv sitzen, ich
komme jedenfalls nicht ohne professionelle Hilfe an ihn ran. Die
meisten Fotos vom Rest der Woche haben also einen Fleck. Ärgerlich.
Danach fuhren wir ins Gästehaus in Stormsrivier, wo wir alle zusammen aßen (ich: vegetarisches
Curry, von Kailash, dem Inder, gelobt).
Dann fuhr Benjamin mit uns in unser
Hostel. Ab dieser zweiten Nacht waren Henri, Kailash und ich nicht
mehr zu dritt; fortan schlief die Kanadierin Caroline mit bei uns.
Sie fand das Gästehaus zu einsam. Vielleicht, weil sie nach dem
Abendessen in der Game Lodge Atemprobleme gehabt hatte (sie behauptete steif
und fest, sie habe bestimmt eine Kudu-Allergie) und ihr das
Alleine-Schlafen unheimlich war? Wer weiß.
Wir hatten jedenfalls ein Sechsbettzimmer für uns zu viert, ein einzelnes Hüttchen neben dem Hostel, das wir dem großen, bereits teilbelegten Zimmer im Hostel vorzogen. Wir hatten sogar unser eigenes Klo plus Dusche – an der freien Luft. Mit Sägespäne-Spülung. War witzig. (Die Fotos sind vom nächsten Morgen.)
Wir hatten jedenfalls ein Sechsbettzimmer für uns zu viert, ein einzelnes Hüttchen neben dem Hostel, das wir dem großen, bereits teilbelegten Zimmer im Hostel vorzogen. Wir hatten sogar unser eigenes Klo plus Dusche – an der freien Luft. Mit Sägespäne-Spülung. War witzig. (Die Fotos sind vom nächsten Morgen.)
Um elf ging das Licht aus, erneut
hatten wir einen langen Tag hinter uns.
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