Freitag, 25. November 2016

Tag 111

Do, 24.11.16
Ein letztes Mal habe ich heute einen Tag bei Magnet verbracht, von kurz nach elf bis fünf war ich da. Zunächst habe ich das Margie-Video fertiggemacht. Nächste Woche bei der Premiere von „Kudu“ soll es gezeigt werden. Hier schon einmal ein exklusives Preview:

Um kurz nach drei ging dann der angekündigte tech run von „Kudu“ los. Zu meiner großen Freude spielten die Trainees sogar im Kostüm, das sie nämlich heute bekommen hatten. Jennie hatte mich vorgestern gefragt, ob ich Fotos machen könne; so mit voller Ausstattung und mit eingerichtetem Licht hat das viel Spaß gemacht.

Nach dem Durchlauf verabschiedete ich mich von Nwabisa und Themba (von beiden eher mit „bis bald“ als mit „tschüss“). Alle anderen sollte ich morgen früh noch einmal sehen, hoffe ich.
Auf dem Heimweg traf ich in der Station Rd Ex-Trainee Jason. Ich hatte zwar nie so richtig etwas mit ihm zu tun gehabt hatte, trotzdem wechselten wir aber ein paar Worte und sagten einander tschüss.

Um viertel vor acht wollten Ine und ich zum Baxter Theatre ubern. Ine meinte, Helen würde gern mitfahren, nicht ins Theater, aber mit demselben Uber. Wir warteten zehn, elf, zwölf Minuten auf sie, aber als sie dann nicht kam und das Uber schon vor der Tür stand, fuhren wir ohne sie. Von Helen kam den Abend über keine Reaktion mehr auf die Nachrichten, die Ine ihr geschickt hatte.

Im Baxter trafen wir uns mit Sinakho, wir hatten Karten für „Dead Yellow Sands“ gekauft. Die einstündige Inszenierung von und mit Graham Weir – alt, grau, langhaarig, langbärtig – hatte zwei Fleur du Cap Awards gewonnen, einen fürs beste Lichtdesign, einen für die beste One-Man-Show.
Zurecht: Weir saß die ganze Zeit über meist unbeweglich auf einem Stuhl auf der schwarzen, leeren Bühne, es war dunkel, nur sein Gesicht, seine Haare oder ab und zu sein ganz Körper waren eher schummrig beleuchtet. Es wirkte oft, als würde nur sein Kopf im Dunkel schweben, sonst sah man nichts. Er erzählte eine Geschichte, die offenbar teilweise auf seiner eigenen Biographie basierte, bzw. waren es verschiedene, in unterschiedlichen Akzenten vorgetragene Episoden, die das lyrische Ich recht bald von seinem Geburtsort ins Krankenhaus und schließlich in den Alterstod führten. Ich hatte zu Beginn noch das Gefühl (und interessanterweise machte Ine in allen Punkten die gleiche Erfahrung), ich würde mich nicht auf die Aufführung einlassen können, weil ich ihn ab und zu nicht verstand, oder weil die Form mich ablenkte, oder weil ich unkonzentriert war, oder aus welchem Grund auch immer. Nach zwei, drei Episoden verflog dieser Effekt aber zum Glück und ich konnte der Aufführung nicht nur folgen, sondern sie sogar genießen.

Nach der Show gingen Sinakho, Ine und ich ein Stück die Main Rd hinunter zu einem sehr schmucken Café namens Cocoa Wah Wah. Wir bestellten Getränke und Essen (ich: sehr leckeren Apfel-Erdbeer-Crush und Chicken Wings) und ließen den Abend bei guten Gesprächen ausklingen.

Gegen elf trennte sich Sinakho von Ine und mir und wir fuhren zu unseren jeweiligen Wohnungen. Wieder in der Station Rd fing ich an zu packen und schrieb auch endlich ein paar Postkarten. Bisher habe ich erst eine verschickt, jetzt kurz vor knapp kommen noch ein paar dazu.

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