Do, 24.11.16
Ein letztes Mal habe ich heute einen
Tag bei Magnet verbracht, von kurz nach elf bis fünf war ich da.
Zunächst habe ich das Margie-Video fertiggemacht. Nächste Woche bei
der Premiere von „Kudu“ soll es gezeigt werden. Hier schon einmal
ein exklusives Preview:
Um kurz nach drei ging dann der
angekündigte tech run von „Kudu“ los. Zu meiner großen Freude
spielten die Trainees sogar im Kostüm, das sie nämlich heute
bekommen hatten. Jennie hatte mich vorgestern gefragt, ob ich Fotos
machen könne; so mit voller Ausstattung und mit eingerichtetem Licht
hat das viel Spaß gemacht.
Nach dem Durchlauf verabschiedete ich mich von Nwabisa und
Themba (von beiden eher mit „bis bald“ als mit „tschüss“). Alle anderen
sollte ich morgen früh noch einmal sehen, hoffe ich.
Auf dem Heimweg traf ich in der Station Rd Ex-Trainee Jason. Ich hatte zwar nie so richtig etwas mit ihm zu tun gehabt hatte, trotzdem
wechselten wir aber ein paar Worte und sagten einander tschüss.
Um viertel vor acht wollten Ine und ich
zum Baxter Theatre ubern. Ine meinte, Helen würde gern mitfahren,
nicht ins Theater, aber mit demselben Uber. Wir warteten zehn, elf,
zwölf Minuten auf sie, aber als sie dann nicht kam und das Uber
schon vor der Tür stand, fuhren wir ohne sie. Von Helen kam den
Abend über keine Reaktion mehr auf die Nachrichten, die Ine ihr geschickt hatte.
Im Baxter trafen wir uns mit Sinakho,
wir hatten Karten für „Dead Yellow Sands“ gekauft. Die
einstündige Inszenierung von und mit Graham Weir – alt, grau,
langhaarig, langbärtig – hatte zwei Fleur du Cap Awards gewonnen,
einen fürs beste Lichtdesign, einen für die beste One-Man-Show.
Zurecht: Weir saß die ganze Zeit über
meist unbeweglich auf einem Stuhl auf der schwarzen, leeren Bühne,
es war dunkel, nur sein Gesicht, seine Haare oder ab und zu sein ganz
Körper waren eher schummrig beleuchtet. Es wirkte oft, als würde
nur sein Kopf im Dunkel schweben, sonst sah man nichts. Er erzählte
eine Geschichte, die offenbar teilweise auf seiner eigenen Biographie
basierte, bzw. waren es verschiedene, in unterschiedlichen Akzenten
vorgetragene Episoden, die das lyrische Ich recht bald von seinem
Geburtsort ins Krankenhaus und schließlich in den Alterstod führten.
Ich hatte zu Beginn noch das Gefühl (und interessanterweise machte
Ine in allen Punkten die gleiche Erfahrung), ich würde mich nicht
auf die Aufführung einlassen können, weil ich ihn ab und zu nicht
verstand, oder weil die Form mich ablenkte, oder weil ich
unkonzentriert war, oder aus welchem Grund auch immer. Nach zwei, drei Episoden
verflog dieser Effekt aber zum Glück und ich konnte der Aufführung
nicht nur folgen, sondern sie sogar genießen.
Nach der Show gingen Sinakho, Ine und
ich ein Stück die Main Rd hinunter zu einem sehr schmucken Café
namens Cocoa Wah Wah. Wir bestellten Getränke und Essen (ich: sehr
leckeren Apfel-Erdbeer-Crush und Chicken Wings) und ließen den Abend
bei guten Gesprächen ausklingen.
Gegen elf trennte sich Sinakho von Ine
und mir und wir fuhren zu unseren jeweiligen Wohnungen. Wieder in der
Station Rd fing ich an zu packen und schrieb auch endlich ein paar
Postkarten. Bisher habe ich erst eine verschickt, jetzt kurz vor
knapp kommen noch ein paar dazu.






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