Mi, 09.11.16
Um kurz nach sieben heute Morgen wachte
ich auf, noch vor dem Weckerklingeln, vielleicht vom Wind, vielleicht von einer Vorahnung. Ich schaute mir den Bis-dahin-Ergebnisstand
der US-Präsidentschaftswahl an. Und der Rest ist jetzt schon
Geschichte. Ich verbrachte ein bis zwei Stunden mit Ine im
Wohnzimmer, beide nicht wahrhaben wollend, was da gestern/heute
geschehen war, während aus dem Rest der Welt nach und nach mehr und
mehr Reaktionen eintrafen, die unseren sehr ähnelten. Angélique war
ebenso fassungslos wie Ine und ich (wenn auch nicht so lang so
stark). Als Justin kam, fühlte er sich in der depressiven Stimmung
im Wohnzimmer sichtbar nicht wohl; er fragte uns recht bald, was denn
genau passiert und wieso das eigentlich so schlimm sei, was wir ihm
natürlich gern beantworteten.
Um eins ging ich zu Magnet und bastelte
mit Zuks an einem Poster/Flyer für „Kudu“ herum:
Den folgenden Durchlauf von „23“
schaute ich mir nicht an, sondern ging nach Hause. Dort hielt ich es,
immer wieder mal ob des gigantischen Scherzes der Weltgeschichte in
verzweifeltes Gelächter ausbrechend, bis halb sieben aus. Dann ging
ich wieder zu Magnet, wo um halb acht eine Preview-Vorstellung von
„23“ für eigens angekarrte Besucherinnen (aus einem Wohnheim für
missbrauchte Frauen und Kinder oder so ähnlich, ungewöhnliches/schwieriges Publikum) stattfinden sollte.
Bevor die Aufführung losging, hatte ich jedoch noch eine längere intensive Diskussion mit Lwanda. Über? Donald Trump. Lwanda meinte, er finde Trump super, er möge Menschen wie ihn. Weil er brutal ehrlich sei und so das ganze im Verborgenen Brodelnde in der Gesellschaft aufgedeckt habe. Nur so könne jenes bekämpft werden. Lwanda plädierte für eine Revolution – wenn auch mehr in Südafrika, in dem er sich einen ähnlichen Politiker wünsche, mehr polternder Trump, weniger stillschweigender Jacob Zuma. Ich hatte seinem Argumentationsmuster einiges entgegenzusetzen, unter anderem fanden einige Drittes-Reich-Bezüge ihren Weg in unser Gespräch. Am Ende waren wir sicher nicht einer Meinung, aber wir verstanden einander. Eine gute, fruchtbare Diskussion also.
Bevor die Aufführung losging, hatte ich jedoch noch eine längere intensive Diskussion mit Lwanda. Über? Donald Trump. Lwanda meinte, er finde Trump super, er möge Menschen wie ihn. Weil er brutal ehrlich sei und so das ganze im Verborgenen Brodelnde in der Gesellschaft aufgedeckt habe. Nur so könne jenes bekämpft werden. Lwanda plädierte für eine Revolution – wenn auch mehr in Südafrika, in dem er sich einen ähnlichen Politiker wünsche, mehr polternder Trump, weniger stillschweigender Jacob Zuma. Ich hatte seinem Argumentationsmuster einiges entgegenzusetzen, unter anderem fanden einige Drittes-Reich-Bezüge ihren Weg in unser Gespräch. Am Ende waren wir sicher nicht einer Meinung, aber wir verstanden einander. Eine gute, fruchtbare Diskussion also.
Nwabisa hatte mich gebeten, meine
Kamera mitzunehmen, um ein paar Bilder des Publikums zu schießen, zu
Promozwecken. Daher hier eine Auswahl an Bildern – natürlich nicht
nur des Publikums. Außerdem zwei kurze Videoclips von der Aufführung:
Gegen halb zehn fuhr Margie erst
Nwabisa, dann mich nach Hause. Morgen geht es wieder zu Magnet,
Premiere, und davor werde ich nachmittags ein wenig mit Zizipho
proben, haben wir ausgemacht. Es wird spannend – aber die
Preview-Vorstellung heute lief schon sehr gut, „23 Days, a Month
and 7 Days“ ist eine echt tolle Inszenierung geworden.
Ach ja: Ich habe heute mein Buch weiter
signieren lassen. Ich habe mittlerweile die ganze (mir bekannte)
Magnet-Familie versammelt, mit Ausnahme von Meagan und Mark Wessels.
Aber zumindest erstere erwische ich auf jeden Fall morgen.

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