Freitag, 11. November 2016

Tag 97

Do, 10.11.16
Premierentag! Ich ging nachmittags zu Magnet, machte irgendwas; ging für kurz noch mal nach Hause, da ich weniger hilfreich sein konnte, als ich gehofft hatte; kam zurück, tüdelte weiter vor mich hin; Zizipho führte mir noch einmal ihren Monolog vor; ich unterstützte Maggie ein wenig dabei, Toi-toi-toi-Kärtchen (Bild + motivierender Dankesspruch) für das Ensemble, Honey und Themba zu machen. (Honey freute sich später sehr über seines, da es ein ziemlich witziges Foto von ihm mit Sonnenbrille zeigte, und dankte mir in seiner wenigsprachlichen Art dafür, wahrscheinlich, weil ich das Foto gemacht hatte.)

Um halb sechs, sechs rum stieg die Spannung merklich. Die Trainees machten sich warm, die Lobby wurde hergerichtet, erste Publikumsmitglieder fläzten sich in die nach draußen gebrachten Sofas und Sessel. Ich „t-t-t“-te Themba und Nwabisa über die Schulter; ersterer fand das witzig, zweitere eher befremdlich. Nach und nach kamen mehr Menschen, gegen halb acht (geplante Anfangszeit) wurde es richtig voll. Auch ein paar Clanwilliam-2016-Veteraninnen waren da (Vuvu, Danni, Danielle, Sean).

Um viertel vor acht ging die Show los. Das Publikum war ein gänzlich anderes als gestern bei der Preview, viele waren ehemalige #RhoadsMustFall- und #FeesMustFall-Aktivistinnen und -Aktivisten. Das Stück „23“ spricht also genau über sie und sie an. Dementsprechend kam es heute als Reaktion auf verschiedene Textpassagen auch zu diversen spontanen Zustimmungsrufen sowie vereinzeltem Schnipsen. Ich habe heute das erste Mal die Form des Stücks ein wenig vergessen und mich ganz auf den Inhalt konzentrieren können. Extrem kraftvoll, was Nwabisa da geschrieben hat. Und auf die Bühne gebracht. Und vor einem Publikum aufgeführt, das direkt von dem Erzählten betroffen war/ist: Wahnsinn. Ganz anders als „The Fall“, aber nicht minder großartig.

Eins der größten Highlights gab es erst nach der Show: Nach dem Applaus wurde noch ein Lied angestimmt. Und das gesamte Publikum sang mit, erst auf der Tribüne, dann weiter, als alle nach draußen gingen. Da war der Protest auf einmal ganz nah, und das Thema von „23“ in seiner Hier-und-heute-Relevanz noch einmal fett rot unterstrichen.

Nach der Aufführung gab es eine Premierenparty in der Lobby (mit Ausläufern nach draußen vors Gebäude). Die Stimmung war ausgezeichnet und das Essen vom Caterer schneller weg, als ich es überhaupt richtig zu Gesicht bekommen konnte.

Um kurz nach zehn war das Spektakel dann vorbei, Margie fuhr mich nach Hause. Eine tolle opening night war das. Morgen Abend folgt Aufführung Nummer zwei.

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